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Einfluss der Umschlagshäufigkeit und Warenrotation auf Lagerplanung und -haltung

Wie oft wird ein Artikel pro Jahr bewegt und was bedeutet das für Ihre Lagerstruktur? Die Umschlagshäufigkeit und Warenrotation sind zentrale Kennzahlen für eine wirtschaftliche Lagerplanung. Sie beeinflussen Layout, Lagertechnik, Bestände und Wegezeiten. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie mit der richtigen Analyse Ihre Lagerhaltung effizienter gestalten und Flächen optimal nutzen.

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Umschlagshäufigkeit und Warenrotation als Erfolgsfaktoren

Wie Lagerumschlag und Warenrotation das Lagerlayout und die Lagertechnik beeinflussen

Bei der Planung eins Lagers müssen viele Dinge beachtet werden. Das Lagerlayout als auch die optimale Lagertechnik für das jeweilige Projekt ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Das Lager sollte die höchste Umschlagsrate ermöglichen und die Raum- bzw. Flächennutzung muss optimal sein. Die eingelagerten Artikel sollen leicht erreichbar, das Handling optimiert und die Warenkontrolle einfach sein. Das Lagerlayout und auch die Lagertechnik hängen im nicht geringen Maße von der Art der eingelagerten Waren ab. Neben der physischen Beschaffenheit der Waren sind auch betriebswirtschaftliche Kennzahlen entscheidend. Hier kommen die Kennzahlen Lagerumschlagshäufigkeit und Warenrotation ins Spiel. 

Was sind Lagerumschlagshäufigkeit und Warenrotation?

Reduzieren Sie die Kapitalbindung und steigern Sie die Wirtschaftlichkeit

Die Lagerumschlagshäufigkeit beschreibt, wie oft ein durchschnittlicher Lagerbestand innerhalb einer bestimmten Periode, zum Beispiel eines Geschäftsjahres, entnommen und wieder aufgefüllt wird. Die Kennzahl kann sich auf das gesamte Lager oder auf einzelne Lagerbereiche beziehen.

Für das Bestandsmanagement ist sie besonders relevant, da sie direkten Einfluss auf die Kapitalbindung hat. Je höher der Lagerbestand, desto mehr Kapital ist gebunden und desto geringer ist die Liquidität eines Unternehmens. Sinkt die Liquidität zu stark, steigt das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit.

Eine hohe Umschlagshäufigkeit bedeutet in der Regel eine geringere Kapitalbindung und eine bessere Wirtschaftlichkeit.

Was versteht man unter Warenrotation?

Die Warenrotation beschreibt die Abverkaufsgeschwindigkeit einzelner Produkte. Sie entspricht der Umschlagshäufigkeit eines spezifischen Artikels. Je schneller sich ein Produkt verkauft, desto höher ist seine Warenrotation.

Zur Klassifizierung wird häufig die ABC-Analyse eingesetzt. Dabei werden Produkte in Schnelldreher, Mitteldreher und Langsamdreher eingeteilt.

  • Schnelldreher verkaufen sich schnell, haben kurze Einlagerungszeiten und verursachen geringe Lagerkosten.
  • Langsamdreher verbleiben lange im Lager, blockieren Lagerfläche und verursachen höhere Kosten. Gründe können eine geringe Nachfrage, ein zu hoher Preis oder eine ungünstige Produktplatzierung sein.

Eine gezielte Sortimentsplanung ist daher entscheidend, um Lagerfläche effizient zu nutzen.

ABC-Analyse: Einteilung nach Warenbewegung

Die ABC-Analyse hilft, Artikel nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung und ihrer Warenrotation zu strukturieren.

  • A-Artikel sind Schnelldreher mit hoher Umschlagshäufigkeit.
  • B-Artikel liegen im mittleren Bereich.
  • C-Artikel sind Langsamdreher mit geringer Nachfrage.

Diese Einteilung bildet die Grundlage für eine strukturierte Lagerorganisation und optimierte Kommissionierprozesse.

XYZ-Analyse: Verbrauchsschwankungen berücksichtigen

Neben der Warenrotation spielen auch Verbrauchsschwankungen eine wichtige Rolle. Hier kommt die XYZ-Analyse zum Einsatz.

  • X-Artikel haben einen konstanten Verbrauch.
  • Y-Artikel zeigen erkennbare Trends mit Schwankungen.
  • Z-Artikel weisen einen unregelmäßigen Verbrauch auf.

Die Kombination aus ABC-Analyse und XYZ-Analyse ermöglicht eine fundierte Lagerplanung, bessere Kapazitätsplanung und gezielte Entscheidungen zu Outsourcing oder Personalbedarf.

Berechnung der Lagerumschlagshäufigkeit und Warenrotation verständlich erklärt

Die Lagerumschlagshäufigkeit ist eine zentrale Kennzahl in der Lagerplanung und im Bestandsmanagement. Sie zeigt, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand innerhalb eines definierten Zeitraums, meist eines Jahres, vollständig umgesetzt wird.

Formel zur Berechnung der Lagerumschlagshäufigkeit

Die klassische Berechnung erfolgt über die Lagerabgänge im Verhältnis zum durchschnittlichen Lagerbestand:

Lagerumschlagshäufigkeit = Lagerabgänge ÷ durchschnittlicher Lagerbestand

Der durchschnittliche Lagerbestand wird in der Praxis wie folgt berechnet:

Ø Lagerbestand = Jahresanfangsbestand + Summe der 12 Monatsendbestände ÷ 13

Alternativ kann die Kennzahl auch über finanzielle Größen ermittelt werden:

Lagerumschlagshäufigkeit = Umsatzerlös ÷ durchschnittliches Gesamtkapital

Diese Variante wird häufig in der betriebswirtschaftlichen Analyse genutzt, um die Kapitalbindung im Lager zu bewerten.

Zusammenhang zwischen Lagerumschlag, Lagerdauer und Warenrotation

Steigt die Lagerumschlagshäufigkeit, sinkt automatisch die Lagerdauer. Das bedeutet, Waren verbleiben kürzer im Lager und werden schneller verkauft oder weiterverarbeitet.

Eine geringe Lagerdauer führt zu einer hohen Warenrotation. Schnelldreher zeichnen sich durch eine hohe Umschlagshäufigkeit und eine kurze Verweildauer im Regal aus.

Die Berechnung der Warenrotation erfolgt in der Regel über folgende Formel:

Warenrotation = 360 ÷ Lagerumschlagshäufigkeit

Je nach Branche wird die Warenrotation pro Jahr, Monat, Woche oder Tag angegeben.

Warum die Berechnung für die Lageroptimierung entscheidend ist

Eine präzise Berechnung der Lagerumschlagshäufigkeit und der Warenrotation ermöglicht eine bessere Flächennutzung, reduzierte Lagerkosten und eine optimierte Sortimentsplanung.

Unternehmen erhalten dadurch eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die Auswahl der passenden Lagertechnik und die strategische Ausrichtung ihrer Intralogistik.

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Wie wirkt sich die Warenrotation auf die Lagerplanung und Lagerhaltung aus?

Die Warenrotation ist ein zentraler Steuerungsfaktor für eine effiziente Lagerplanung. Sie bestimmt, wo Artikel im Lager platziert werden, welche Lagertechnik eingesetzt wird und wie Prozesse in der Intralogistik organisiert sind.

Schnelldreher strategisch platzieren

Produkte mit hoher Umschlagshäufigkeit sollten nahe am Ein- und Auslagerpunkt gelagert werden. Ziel ist es, Fahrwege zu verkürzen, Zugriffszeiten zu minimieren und die Kommissionierleistung zu steigern.

Diese Belegungsstrategie setzt eine genaue Analyse der Warenrotation voraus. Nur wer seine Kennzahlen kennt, kann Lagerflächen optimal strukturieren.

Viele Unternehmen teilen ihr Lager deshalb in Umschlagszonen ein, etwa in Schnelldreher, Mitteldreher und Langsamdreher. So lassen sich Lagerprozesse systematisch optimieren und Engpässe vermeiden.

Lagertechnik passend zur Umschlagshäufigkeit wählen

Schnelldreher verweilen nur kurz im Lager. Dafür eignen sich dynamische Durchlaufregale oder Palettendurchlaufsysteme, da sie eine schnelle Ein- und Auslagerung ermöglichen.

Bei diesen Systemen sind Einlagerungs- und Entnahmeseite klar getrennt. Die Ware bewegt sich über geneigte Rollenbahnen selbstständig nach vorne. Dadurch wird das FIFO-Prinzip zuverlässig eingehalten und eine lückenlose Chargenüberwachung unterstützt.

Diese Lösung ist besonders geeignet für verderbliche Waren wie Lebensmittel oder pharmazeutische Produkte mit Ablaufdatum.

Für langsam drehende Artikel reichen dagegen häufig klassische Fachbodenregale oder Palettenregale aus.

Auswirkungen auf Beschaffung, Kommissionierung und Distribution

Eine hohe Warenrotation beeinflusst nicht nur die Lagerhaltung, sondern auch die Beschaffungslogistik, Distributionsprozesse und die gesamte Kommissionierung.

Kurze Lagerzeiten reduzieren die Kapitalbindung, steigern die Flächeneffizienz und erhöhen die Wirtschaftlichkeit des Lagers.

Eine systematische Auswertung der Warenrotation schafft damit die Grundlage für eine bedarfsgerechte Lagerstruktur und die Auswahl der optimalen Lagerlösung von BITO-Lagertechnik.

Literatur:

1 TUP-Redaktion, Definition, Lagerumschlagshäufigkeit und Warenrotation: Schnell- und Langsamdreher, Logistik KnowHow, Link 

2 Wieso Ihre Liquidität so wichtig ist, PostFinance, Januar 2019, Link 

3 BITO Fachwissen, Optimale Sortimentsgestaltung führt zur schlankeren Logistik, Link 

4 BITO Fachwissen, Welche Lagertechnik-Art passt zu Ihrem Unternehmen, Link  

5 BITO-Paletten-Durchlaufregalsystem (PDS), Link 

6 BITO-Stückgut-Durchlaufregalsystem (SDS), Link 

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