Qualitätsstandards bei Kunststoffgranulat – denn Kunststoff ist eben nicht gleich Kunststoff

Der Eiffelturm wiegt rund 10.100 Tonnen. Das entspricht ungefähr der Menge von 1.300 Elefanten. Können Sie sich vorstellen, wie viel Gewicht die Masse von 822.000 Eiffeltürmen aufbringt?

Der Eiffelturm wiegt rund 10.100 Tonnen. Das entspricht ungefähr der Menge von 1.300 Elefanten. Können Sie sich vorstellen, wie viel Gewicht die Masse von 822.000 Eiffeltürmen aufbringt? Fest steht, es wäre unglaublich viel und eine Zahl, die extrem realitätsfern erscheint. Es sind acht Milliarden Tonnen. Und die haben mehr mit dem Leben der Menschen und ihrem Alltag zu tun, als die meisten wissen. Denn genauso viel wiegt der ganze Kunststoff, den der Mensch seit den 1950er-Jahren produziert hat. Dabei sind tausenden Sorten entstanden, die in unterschiedlichsten Produkten zum Einsatz kommen. Doch nicht jeder Kunststoff eignet sich für jede Anwendung. Wieso ein Kunststoff und seine Anwendung optimal aufeinander abgestimmt sein sollten und wieso das entscheidende Auswirkungen auf die Qualitätsstandards der Industrie hat, lesen Sie in diesem Beitrag.

Das Material der unendlichen Möglichkeiten

Kunststoff und das zu seiner Herstellung verwendete Kunststoffgranulat sind die Materialien des 21. Jahrhunderts. Sie gehören neben Stahl und Zement zu den am meisten vom Menschen verwendeten und hergestellten Stoffen. Und der Bedarf steigt stetig. Ob Verpackungsindustrie oder Baugewerbe, Automobilindustrie oder Logistikbranche, sie alle benötigen Kunststoff für ihr alltägliches Geschäft. Dabei ist dieser allen möglichen Belastungsproben ausgesetzt, die seine Lebensdauer bis ins Extreme testen können. Umso wichtiger ist es für Hersteller von Kunststoffgranulat, entsprechende Qualitätsstandards einzuhalten.

Mit seinen unendlichen Gestaltungsmöglichkeiten und seinem hohen Innovationspotenzial hat sich das Kunststoffgranulat in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt und große Schritte in Richtung ressourceneffiziente Herstellung gemacht. Und das ist wichtig, wird Kunststoffgranulat doch unter anderem aus Erdöl hergestellt. Als endliche Ressource sind ein verantwortungsvoller Umgang mit diesem Werkstoff und damit zusammenhängend höchste Qualitätsstandards besonders wichtig. Gerade vor dem Hintergrund, dass der Bedarf an Kunststoff in den letzten Jahren stetig gestiegen ist und sich hier kein Rückgang abzeichnet, ist es für Qualitäts-Verarbeiter absolut notwendig, nur hochwertiges Kunststoffgranulat zu verwenden.

Ob Polypropylen, Polyethylen, PVC oder Polycarbonat, die Auswahl an Kunststoffen ist riesig. Von jeder Art gibt es etliche verschiedene Sorten, die wiederum für unterschiedlichste Produkte geeignet sind. Denn jede Kunststoffsorte hat eine ganz eigene, zu ihr passende Anwendung. Im Umkehrschluss bedeutet das: Nicht jeder Kunststoff lässt sich optimal zu jedem Produkt verarbeiten. So benötigen beispielsweise Handyhüllen einen sehr biegsamen Kunststoff, Industriebehälter einen besonders bruchsicheren, robusten und langlebigen Kunststoff. Trinkflaschen und Brotdosen erfordern eine Verarbeitung von Kunststoff, der keine negativen Auswirkungen auf Lebensmittel hat und ohne Weichmacher nutzbar ist. Für letztere eignet sich deswegen insbesondere Polyethylenterephthalat, kurz PET. Diese Art von Kunststoff ist nicht nur nahezu unzerbrechlich und damit sehr belastbar, sondern hat auch sehr gute Barriere-Eigenschaften und ist geschmacksneutral.

In der Automobilindustrie hingegen spielt Polycarbonat eine große Rolle. Dieses kommt insbesondere bei der Herstellung von Stoßstangen zum Einsatz. Sein Vorteil sind eine hohe Festigkeit sowie Temperaturbeständigkeit. Durch seine hohe Druckfestigkeit trägt Polycarbonat entscheidend zur Sicherheit eines Fahrzeugs bei. Ein toller Kunststoff – zumindest für die Produktion von Autos. Denn beispielsweise für die Herstellung von Industriebehältern, die in großen Lagern zum Einsatz kommen, eignet sich Polycarbonat gar nicht. Hier kommt stattdessen Polypropylen zum Einsatz. Mit ihren robusten Eigenschaften gehört diese Sorte von Kunststoff zu den am häufigsten verwendeten Arten. Sie bietet sowohl die geforderte Steifigkeit, die nötig ist, um Zerbrechlichkeit vorzubeugen, als auch eine große Schlagzähigkeit. Mit rund 20 % Anteil an der Gesamtproduktion ist Polypropylen der zweitwichtigste Kunststoff. Mehr als ein Drittel aller synthetischen Fasern wird auf Basis von Polypropylen hergestellt – für die industrielle Produktion hat es damit einen entscheidenden Wert, garantiert es doch durch seine Eigenschaften die Einhaltung höchster Qualitätsstandards.

Qualität geht vor Quantität

Wichtig in Bezug auf die Qualitätsstandards von Kunststoffgranulat ist die Einhaltung von Toleranzen zum Beispiel hinsichtlich Schlagzähigkeit, Steifigkeit, Beständigkeit etc. Hier empfiehlt es sich, auf Granulate zu setzen, die aus Europa stammen und bereits unter besten Bedingungen hergestellt wurden. Ein qualitativ gutes Produkt benötigt auch ein gutes Ausgangsmaterial. Das gilt vor allem für die Logistikbranche. Gerade Behälter aus Kunststoff sind hier oftmals hohen Belastungen ausgesetzt. Nur hochwertige Produkte, bei denen der optimal für die Anwendung geeignete Kunststoff verwendet wurde, können diesen lange standhalten und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis generieren – für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens ein wichtiger Faktor.

Wer auf Produkte wie Lagerbehältnisse aus dem optimal zu ihnen passenden Kunststoff setzt, bekommt eine Ware, die ein maximales Produktsicherheit bei gleichzeitig geringem Materialeinsatz in der Herstellung aufweist. Doch Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff. Neben dem Herstellungsort von Kunststoffgranulat entscheidet auch die Zusammensetzung des Kunststoffs über die Qualität des späteren Produkts. Sie wirkt sich maßgeblich darauf aus, wie ökologisch der Kunststoff am Ende wirklich ist. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Gelangt nämlich ein Produkt aus Kunststoffgranulat an das Ende seines Lebenszyklus, so fällt die Entscheidung über seinen ökologischen Fußabdruck – Stichwort: Recycling. Denn trotz aller Fortschritte in Sachen Produktion und Verarbeitung eignen sich nicht alle Kunststoffe zur Wiederverwertung. Aus diesem Grund sollte man auf besonders robuste Kunststoffprodukte mit einem langen Produktlebenszyklus setzen. Die ist nicht nur für Ihr Unternehmen langfristig effizienter, sondern auch für die Umwelt nachhaltiger.

Ein Leben nach dem Leben

Trotz unbegrenzter Einsatzmöglichkeiten währt die Lebens- und Nutzungsdauer von Produkten aus Kunststoffgranulat nicht ewig. Eine Tatsache, an der auch höchste Qualitätsstandards nicht rütteln können. Ob als Isolierung in Gebäuden, als Bestandteil eines Autos, als Verpackung oder als Behälter in den Lagern vieler Unternehmen – irgendwann ist das Leben eines jeden Kunststoffproduktes vorbei. Was jetzt zählt, ist sein Potenzial zur weiteren Verarbeitung, das heißt zum Recycling. Und der Grundstein dafür ist bereits in der Herstellung durch das verwendete Kunststoffgranulat gelegt worden.

Solange ein Produkt nämlich nur aus einer Kunststoffart besteht, ist es leicht zu recyclen. Kommen aber zusätzliche Weichmacher, Beschichtungen oder ähnliches hinzu, entwickelt sich das Recycling zu einer schwierigen und zumeist auch kostspieligen Angelegenheit.
Um diese Frage zu klären, können Sie bei den Herstellern direkt anfragen, ob gegebenenfalls Kunststoffprodukte recycelt werden und somit zu Regranulat verarbeitet werden. Achten Sie darauf, dass die Produkte mit einem Recyclingsymbol gekennzeichnet sind. Aus Gründen der Rückverfolgbarkeit sollte auch die Herstellcharge erkennbar sein, z.B. durch eine eingeprägte Datumsuhr. Das wiederum verbessert die Ökobilanz des Produktes und schont die Umwelt.

Die Anwendung bestimmt die Eigenschaften

Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff, so viel steht fest. Das gilt insbesondere auch für die Anforderungen, die ein Kunststoffprodukt in der Industrie- und dabei vor allem in der Logistikbranche erfüllen muss. Hier sind besondere Eigenschaften gefragt, die ein Produkt haben sollte. Herrschen in einem Lager oder in einem LKW sehr hohe Temperaturen, so müssen die Lagerbehältnisse aus Kunststoff diesen standhalten können. Sie dürfen sich nicht verformen und auch nichts in Bezug auf die sichere Lagerung von Waren einbüßen. Gleiches gilt für Tiefkühllager, in denen sehr niedrige Temperaturen herrschen. Hier dürfen die aus Kunststoffgranulat gefertigten Behältnisse keine Mängel in ihrer Bruchstabilität aufweisen.

Wichtig ist auch die Verträglichkeit mit den in ihnen eingelagerten Waren – zum Beispiel Lebensmittel – sowie Schlagfestigkeit, Belastbarkeit und eine einfache Handhabung bei allen logistischen Arbeiten. Damit ein Produkt diesen Anforderungen überhaupt gerecht werden kann, sind der verarbeitete Kunststoff entscheidend. Dieser sollten bestmöglich auf die Anwendung abgestimmt sein. Nur so entsteht ein Produkt, das alle Anforderungen für die Arbeit im Lager erfüllen kann. Und genau da schließt sich der Kreis: Die Basis für ein hochwertiges Produkt liegt bereits in der Wahl des richtigen Kunststoffs.

Ein Produkt mit Zukunft

Allen Vorteilen zum Trotz gibt es dennoch Kritiker der Verwendung von Kunststoff. Dabei sind Kunststoffe, wie z.B. Polypropylen oder Polyethylen hervorragend dazu geeignet die Umwelt durch den Einsatz von Mehrwegprodukten zu schonen. Beispielsweise Mehrwegbehälter haben eine sehr lange Lebensdauer und ersetzen damit hunderte, wenn nicht tausende Einwegkartonagen – ein wichtiger Faktor in Sachen Umweltschutz und Ressourcenschonung.

 

Fotoquelle Titelbild: © diak/shutterstock.com

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