Welche Lagertechnik-Arten gibt es?

Moderne Lagerungsverfahren basieren auf der Verwendung von Lagereinheiten (z. B. Paletten oder Gitterboxen) und Regalsystemen unterschiedlicher Bauart. Einige Lagersysteme können mit automatischen Fördermitteln bedient werden, um besonders größere oder schwere Lagereineinheiten zu transportieren. Durch gekoppelte Fördersysteme kann zusätzlich in der Wareneingangs- und Warenausgangszone ein hoher Automatisierungsgrad erreicht werden.

 

1. Bodenblocklagerung

Als Blocklagerung bezeichnet man ein Warenlager, in dem stapelfähige Kisten, Kartons oder Paletten direkt - ohne Regal oder andere Vorrichtungen - übereinander oder nebeneinander gestapelt werden. Die Lagerung erfolgt daher in Bodenlagerung, d. h. die Ladeeinheiten werden auf dem Boden bereitgestellt. Das System besteht aus mehreren parallel zueinander verlaufenden Einlagerungs- und Entnahmegängen mit einer einheitlichen Breite und Länge. Innerhalb dieser Gänge bewegen sich die Mitarbeiter mit einem Fördermittel (z. B. Gabelstapler, Handhubwagen) zum Einlagern und Entnehmen der Ware. Parallel links und rechts entlang den Einlagerungs- und Entnahmegängen befinden sich mehrere Bereitstellungsspalten. Diese bestehen wiederum aus einem oder mehreren hintereinander angeordneten Bereitstellungsplätzen, die auf dem Boden eingezeichnet sind. Diese Bereitstellungsplätze besitzen in Abhängigkeit der Stapelfähigkeit der Ladeeinheiten eine einheitliche Breite, Tiefe und Höhe.

An der vorderen Stirnseite des Bereitstellungsbereichs existiert ein Stirngang, der orthogonal zu den Einlagerungs- und Entnahmegängen verläuft. Die Einlagerungs- bzw. Entnahmegänge sind an der hinteren Stirnseite geschlossen, d. h. ein Einlagerungs- und Entnahmegang kann nur an der vorderen Stirnseite betreten und verlassen werden. Der Stirngang verbindet somit die Einlagerungs- bzw. Entnahmegänge und die Basisstation. Die Basisstation befindet sich in der Mitte der vorderen Stirnseite und besteht aus einem Puffer zum Bereitstellen der entnommenen Waren für den nachgelagerten Bereich. Von einem Bereitstellungspunkt eines vorgelagerten Bereichs führt ein Weg zum Eingang des Lager- und Kommissioniersystems. In gleicher Art und Weise besitzt das System einen Ausgang für den Abtransport der fertig bearbeiteten Waren.

Typische Beispiele für Waren, die sich dafür eignen, sind stapelfähige Palettenwaren, Getränke, Fässer oder Reifen. Blockstapelung ist relativ preisgünstig, weil keine zusätzlichen Kosten für Palettenregale anfallen. Blocklagerung fällt somit unter die Kategorie statische Lagersysteme.

2. Durchlaufregallagerung

Durchlaufregale können für Paletten oder Stückgüter sein. Je nachdem bezeichnet man das Regal als Palettendurchlaufregal (PDS) oder Stückgutdurchlaufregal (SDS). Das Layout der technischen Ausführung besteht aus einem rechteckigen Ein-Block-Lager- und Kommissionierbereich. Dieser Bereich ist  in parallel zueinander verlaufende Einlagerungsgänge, Bereitstellungsflächen, Förderflächen und Entnahmegänge aufgeteil, die jeweils eine einheitliche Breite und Länge besitzen. Die Förderflächen, die links und rechts entlang der Entnahmegänge verlaufen, dienen zum möglichen Aufbau eines Stetigfördermittels wie z. B. eines Bandförderers. Auf den Bereitstellungsflächen wird die Lagerungsart Regallagerung mittels Durchlaufregalen verwirklicht. Die Durchlaufregale sind aus mehreren Regalspalten und diese wiederum aus übereinanderliegenden Kanälen mit gleichmäßigen Breiten, Höhen und Tiefen aufgebaut. Innerhalb eines Kanals werden die Waren auf Rollen bereitgestellt, die aufgrund einer Neigung von üblicherweise drei bis acht Grad und der Schwerkraft selbstständig durch den Kanal laufen. Ein Kanal besteht aus mehreren hintereinander angeordneten Bereitstellungsplätzen. Mit Durchlaufregalen lassen sich sehr kompakte Lageranlagen auf einer kleinen Lagerfläche bauen.

Praktisch ist, dass verschiedene Logistikprozesse, wie Lagerung und Versand räumlich getrennt sind. Durchlaufregale werden von einer Seite beschickt. Die durchlaufenden Güter werden dann auf der gegenüberliegenden Seite entnommen. Durch die Neigung der Rollen wird das Lagergut (Paletten oder Kartons) automatisch von der Beschickungsseite zur Entnahmeseite transportiert. Durchlaufregale stellen sicher, dass das "First IN First Out"-Prinzip befolgt wird und dabei eine optimale Chargenüberwachung gewährleitet wird.

3. Einfachtiefe Regallagerung

Die kleinste Einheit des Systems einfachtiefe Regallagerung ist ein Bereitstellungsplatz, der einem Regalfach entspricht. Aufbauend darauf bilden mehrere übereinander angeordnete Regalfächer eine Regalspalte und mehrere nebeneinander angeordnete Regalspalten ein Regal. Weiterhin besitzt das System parallel zueinander verlaufende, baugleiche Regale, die links und rechts entlang der Einlagerungs- und Entnahmegänge zu finden sind. Die Gänge besitzen meistens eine einheitliche Länge und Breite.

 

Bei einer einfachtiefen Regallagerung für Paletten wird das herkömmliche Palettenregal am häufigsten eingesetzt. Bei diesen Regaltypen für Einheitslasten ist jede Palette leicht zugänglich. Ändern sich die Anforderungen an das Lager, können diese Regale mit wenigen Handgriffen jederzeit zu Kommissioniersystemen umgebaut bzw. hochgestuft werden. Somit ist die einfachtiefe Regallagerung eine flexible Lösung mit relativ niedrigen Investitionskosten. Bei Stückgütern wird eine einfachtiefe Regalanlage aus Steckregalen eingesetzt.

4. Doppeltiefe Regallagerung

Bei der Erstellung des Lagerplanes entspricht die doppelte Regallagerung dem Layout des Lager- und Kommissioniersystems für einfachtiefe Regallagerung. Lediglich die Regale besitzen jeweils zwei hintereinanderliegende Bereitstellplätze pro Regalfach. Mit diesem Lagersystem können z.B. zwei sortenreine Paletten hintereinander gelagert werden. Damit können jeweils vier Paletten zwischen den Regalgängen gelagert werden. Das Hallenvolumen wird dadurch optimal genutzt, weil sich ein Regalgang einsparen lässt.

5. Karusselllager

Das Layout des Karussellager-Systems besteht aus einem automatischen Karussellregal und einem halb- automatischen Entnahmebereich. Hierbei baut das Karussellregal auf Bereitstellplätze bzw. Regalfächer mit einer einheitlichen Länge, Breite und Tiefe auf. Diese bilden übereinander angeordnet eine zusammenhängende Einheit, die als Regalspalte bezeichnet wird. Die Regalspalten hängen an Laufrädern in einer Schiene. Oftmals werden zusätzliche Räder angebracht, die durch eine auf dem Boden verlaufende Schiene geführt werden und die Regalspalten vom Boden aus stützen.  Ein Karussellregal besitzt mehrere nebeneinander hängende Regalspalten, die nach dem Prinzip eines Kreisförderers mit lediglich einem Antrieb bewegt werden. Im Lager- und Kommissionierbereich des Karusselllagers werden wiederum mehrere parallel verlaufende, baugleiche Regale nebeneinander angeordnet, ohne dass Gangflächen zwischen den Regalen zu berücksichtigen.


An der Vorderseite eines Karussellregals ist ein Liftsystem zu finden, das zwei Ladeeinheiten gleichzeitig aufnehmen kann und somit die Schnittstelle zwischen dem Regal und einem Stetigfördermittel bilden kann. Dieses Fördermittel verbindet den vorgelagerten Bereich mit dem System Karusselllager und dem Regalsystem mit den Entnahmeplätzen. Zur Anbindung an das Liftsystem sind an der Vorderseite der Regale Pufferplätze angebracht.

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