Laufwege im Lager reduzieren – 5 Ideen für schnell umsetzbare Maßnahmen

Schnelligkeit und Innovation sind zwei entscheidende Faktoren für Unternehmen, wenn es darum geht, dem Wettbewerb standzuhalten. Das gilt ohne Ausnahmen für sämtliche Branchen, insbesondere aber für solche Unternehmen, die eine logistische Abteilung haben. Denn hier liegt das größte Potenzial, um die Effizienz und die Schnelligkeit von Arbeitsabläufen zu steigern und damit einen ganzen Betrieb nach vorne zu bringen.

Schnelligkeit und Innovation sind zwei entscheidende Faktoren für Unternehmen, wenn es darum geht, dem Wettbewerb standzuhalten. Das gilt ohne Ausnahmen für sämtliche Branchen, insbesondere aber für solche Unternehmen, die eine logistische Abteilung haben. Denn hier liegt das größte Potenzial, um die Effizienz und die Schnelligkeit von Arbeitsabläufen zu steigern und damit einen ganzen Betrieb nach vorne zu bringen. Vor allem die Laufwege im Lager wirken sich maßgeblich auf eine effiziente Arbeit aus. Warum das so ist und wie Sie die Laufwege in Ihrem Lager optimal gestalten, lesen Sie in diesem Beitrag.

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Kostenfaktor Logistik und Kommissionieren

Essenziell für eine gut funktionierende logistische Abteilung sind reibungslose und störfreie Abläufe sämtlicher Arbeitsprozesse. Gerade bei den Vorgängen im Lager sollte es nicht haken. Als zentrale Funktionen der Logistikabteilung haben das Kommissionieren und die damit zusammenhängenden Laufwege eine hohe Bedeutung für den gesamten wirtschaftlichen Erfolg eines ganzen Betriebes. Doch in vielen Fällen entstehen genau hier die meisten Fehler und Störungen im Arbeitsablauf. Wissenschaftliche Studien der TU München haben ergeben, dass die Fehlerquote hier bei rund 0,3 Prozent liegt. Gleichzeitig fällt ungefähr die Hälfte aller Lagerkosten auf den Bereich der Kommissionierung ab. Umso wichtiger ist es deswegen, unnötige zusätzliche Kosten durch Fehler zu vermeiden. Denn das kann schwerwiegende Folgen haben. 

Wenn es darum geht, das Kommissionieren und sämtliche andere logistische Arbeiten zu Gunsten des gesamten Unternehmens zu verbessern, lautet das Credo also: Laufwege optimieren und reduzieren. Wie das schnell und vor allem einfach gelingt, zeigen die folgenden fünf Maßnahmen.

1. Struktur und Strategie schaffen

Nichts klaut den Mitarbeitern eines Lagers mehr Zeit als ungünstig angeordnete und einsortierte Waren. Wer ohne konkreten Plan von einem Standort zum nächsten läuft und dabei keine logische Strategie für seine Laufwege hat, vergeudet wertvolle Zeit. Unbedingt vermeiden sollten Sie deswegen zu große und gleichzeitig unordentlich sowie schlecht strukturierte Lagerbestände. Dort entwickeln sich die gelagerten Artikel schnell zu einer unübersichtlichen Masse aus überfüllten Behältern mit gestapelter Ware. Da einen optimalen Laufweg zu finden, ist schwer und das Kommissionieren entwickelt sich über kurz oder lang zu einem wahren Zeitfresser – geht auf den langen Wegen zwischen den Regalen doch viel Zeit verloren. Deswegen ist es hier besonders wichtig, vorab eine passende Lagermethode, wie beispielsweise das Fifo- oder Lifo-Prinzip, auszuwählen. Diese richtet sich zum Beispiel nach Artikelstamm oder Umschlagshäufigkeit. Helfen kann dabei eine Analyse der Lager- bzw. der Kommissioniermethode.

Lagerflächen durch logistische Ver- und Entsorgungsstrategien zu minimieren oder ein bisschen Arbeit in eine effiziente Lagerstruktur zu investieren, kann an dieser Stelle Abhilfe schaffen. Durch eine Umgestaltung der Lager, lassen sich klare Strukturen und kurze Wege schaffen. Das kommt einer effektiven Lagerleistung und der Gestaltung optimaler Laufwege entgegen. Unbedingt zu berücksichtigen ist dabei auch die unproduktive, aber zugleich unvermeidbare Nebenzeit, die bei der Kommissionierung durch vor- und nachbereitende Tätigkeiten entsteht. Diese sogenannte Totzeit meint zum Beispiel die Suche oder die Identifikation des Lagerplatzes eines Artikels. Achten Sie also darauf, diese Nebenzeit durch kurze Laufwege so gering wie möglich zu halten. Das kommt Ihrem gesamten Unternehmen zugute.

2. Vorbereitung ist der halbe Erfolg

Ein Lager einrichten und bestücken ohne Plan? Mitarbeiter einfach losschicken, damit diese auf eigene Faust irgendwo irgendwelche Waren suchen? Laufwege auf Bergen von Papier notieren? Das alles ist keine gute Idee. Denn eine schlechte und gegebenenfalls manuelle Vorbereitung bringt niemals ein effizientes Lager hervor. Um effiziente und optimale Laufwege zu gestalten, bietet sich deswegen die Arbeit mit einer eigens auf die Arbeit im Lager ausgerichteten Software an. Diese hilft Ihnen dabei, für jeden Mitarbeiter und jeden Pick die passenden Laufwege zu errechnen. Digital zur Verfügung gestellt, sparen Sie dabei nicht nur Papier und etliche Listen – die im Übrigen auch schnell verloren gehen können – sondern schonen darüber hinaus auch die Umwelt.

Wer also bei der Gestaltung optimaler Laufwege auf ein effizientes Lagerverwaltungssystem setzt, fördert gleichzeitig einen bestmöglichen Einsatz seiner Arbeitskräfte und eine bestmögliche Einteilung der Arbeitszeit. Je reibungsloser dadurch die logistischen Arbeiten im Lager ablaufen, desto schneller lassen sich Aufträge bearbeiten. Das wiederum wirkt sich positiv auf Ihr ganzes Unternehmen aus. Dafür müssen jedoch auch die Voraussetzungen stimmen. Denn eine Steuerung mittels Software nützt nichts, wenn die Kommissionierer trotzdem weit laufen müssen. Konkret bedeutet das: Die Lagermethode muss zu den Lieferwegen passen und umgekehrt.

3. Prozesse und Laufwege regelmäßig kontrollieren

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – sagt der Volksmund und hat damit nicht ganz Unrecht. Denn gerade für die Gestaltung und Nutzung optimaler Laufwege ist eine Kontrolle aller Vorgänge innerhalb eines Lagers von entscheidender Bedeutung. Wie oft laufen Mitarbeiter wohin? Wie lange brauchen sie für die Wege zwischen den einzelnen Picks? Wie viele Fehl-Picks treten auf? Und wie oft wird welcher Artikel genommen? Fragen wie diese und deren genaue Beantwortung sind essenziell, wenn Sie die Laufwege innerhalb Ihres Lagers so effizient wie möglich gestalten wollen. Beobachten Sie die Durchlaufzeit, protokollieren Sie die einzelnen Picks und werten Sie alle gesammelten Daten detailliert aus. So erkennen Sie schnell, welche Laufwege nicht optimal sind und einer Optimierung bedürfen.

4. Unordnung vermeiden

Ordnung ist in Sachen Logistik ein besonders wichtiger Faktor. Zu große Lagerflächen und -bestände sind Dinge, die ein Lager im besten Fall nicht aufweisen sollte. Denn zu große Lagerflächen führen zu großen Lagerbeständen und die fördern wiederum die gegenseitige Beschädigung der Produkte untereinander. Das wirkt sich nicht nur negativ auf das Kommissionieren aus, sondern erschwert Ihren Mitarbeitern die Arbeit, bedeuten große und unordentliche Lagerbestände gleichzeitig auch verstellte und blockierte Laufwege.

Verringern Sie deswegen Ihre Lagerbestände und investieren Sie genügend Zeit in ordentlich organisierte Strukturen sowie frei zugängliche Laufwege. Auch hier spielt erneut der Faktor Kontrolle mit: Regelmäßige Überprüfungen hinsichtlich der Effektivität und des Rationalisierungspotenzials sind ein echtes Muss. Wirklich effizient können Ihre Laufwege nur sein, wenn alle logistischen Arbeiten und die gesamte Logistikkette in die Organisation des Kommissionierens mit einbezogen werden. Denn hier liegt das größte Potenzial für dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg und eine optimale Gestaltung der Laufwege.

5. Aktionsware und Neuteile gesondert beachten

Für die Gestaltung optimaler Laufwege sollten sie auch Aktionswaren und Neuteile mit einbeziehen. Diese unterliegen schwankenden Zugriffen, weisen nur kurzfristig einen hohen Bedarf auf und verlassen Ihr Lager schnell wieder. Aus diesem Grund sollten sie strategisch und logisch eingelagert und mittels kurzer Laufwege zu erreichen sein. Damit können Sie auch kurzfristig schnell auf den Bedarf Ihrer Kunden reagieren und auch spontane Bestellungen zügig bearbeiten.

Struktur und Strategie, eingehende Vorbereitung und regelmäßige Kontrolle sowie die Vermeidung von Unordnung und die gesonderte Handhabung von Aktionswaren sind also fünf wichtige Faktoren, die Sie zur Gestaltung optimaler Laufwege beachten sollten. Für Ihre Wettbewerbsfähigkeit ist das entscheidend. Denn Kunden, die schnell ihre Waren bekommen, sind zufriedene Kunden – und zufriedene Kunden werden mit Sicherheit lange Ihre Kunden bleiben. Um das zu erreichen, empfiehlt es sich, auch die Mitarbeiter in die Planung der optimalen Laufwege einzubeziehen. Fragen Sie Ihre Mitarbeiter, wo sich Laufwege reduzieren lassen. Beziehen Sie einen externen Berater mit ein und lassen Sie diesen Ihre Lagergegebenheiten beurteilen. Überlegen Sie gemeinsam mit ihm, ob sich Laufwege an einigen Stellen sogar ganz vermeiden lassen. Hier helfen FTS (z.B. das Fahrerlose Transportsystem LEO Locative), die bestimmte Orte im Lager flexibel verbinden können. Das kann die Effizienz Ihres Lagers erheblich steigern.

 

Fotoquelle Titelbild: © Flamingo Images/shutterstock.com

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