Anforderungen an Freilager und witterungsbeständige Regalsysteme

Unternehmen entscheiden sich aufgrund der geringeren Kosten für die Lagerung bestimmter Waren in Freilagern. Die genutzten Regalsysteme müssen hier unbedingt sehr korrosionsbeständig sein.

Es existiert eine Vielzahl von Lagerarten, Lagersystemen und Lagerbauweisen, die einerseits auf die Art der Waren und anderseits u. a. auf die Branche, Umschlagshöhe, Auftragsgröße, die Lieferzeiten ausgelegt sind. Einige Waren, wie Steine, Holz, Rohre, Schüttgüter und Fertigwaren können aufgrund ihrer Witterungsbeständigkeit auch in Freilagern statt in geschlossenen Lagern gelagert werden. Meist entscheiden sich Unternehmen aufgrund der geringeren Kosten für die Lagerung ihrer Waren in Freilagern. Allerdings muss bedacht werden, dass die genutzten Regalsysteme stark beansprucht werden, da sie ebenso der Witterung ausgesetzt sind. Dies erfordert korrosionsbeständige und häufig auch temperaturbeständige Regalsysteme in hochwertiger Qualität. 

Geschlossene, offene und halboffene Lager

In geschlossenen Lagern werden witterungsempfindliche und diebstahlgefährdete Waren gelagert. Diese Art der Lagerung bietet Schutz vor Witterungseinflüssen wie Kälte, Hitze, Regen, Schnee, Sonneneinstrahlung, etc.. Das Umgekehrte ist bei Freilagern der Fall. Freilager können wiederum in nicht überdachte offene und halboffene Lager unterteilt werden. Die nicht überdachten offenen Freilager werden häufig nur durch Grenzmauern oder Sicherheitszäune abgegrenzt. Durch einen festen Boden können Transport- und Fördermittel eingesetzt und eine starke Verschmutzung vermieden werden. Diese Art der Lager ist aufgrund des fehlenden Daches besonders günstig. In offenen Freilagern werden meist Schüttgüter, Holz, Zement oder Metalle gelagert. Halboffene Freilager sind überdacht, besitzen aber keine seitlichen Wände. Sie eignen sich für Waren, die vor Regen geschützt werden müssen, wie z. B. Baumaterial, Holzbohlen, Ziegel, aber auch Fahrzeuge und Transportmittel. Bei der Lagerung von Waren im Freien muss natürlich einiges hinsichtlich der eingesetzten Regale sowie Transport- und Handhabungsmittel beachtet werden. 

Anforderungen an die eingesetzten Regalsysteme

Lager, die nicht überdacht und offen sind, setzen die Regalsysteme natürlich abhängig vom Standort und den Wetterbedingungen den größten Witterungseinflüssen aus. Daher müssen bei dieser Art von Lagern unbedingt oberflächenbehandelte und korrosionsbeständige Regale aus hochwertigen Materialien eingesetzt werden. Die Regale sind dabei nicht nur Regen und Feuchtigkeit ausgesetzt, sondern auch hohen Temperaturschwankungen und eventuellen Beschädigungen durch die Transport- und Fördermittel. Hier sollte auch auf entsprechenden Anfahrschutz im Lager geachtet werden (1). 

Bei den Lager-Regalsystemen kann der Korrosionsschutz durch unterschiedliche Behandlungen und Maßnahmen erreicht werden. Dazu gehören die Verzinkung (Bandverzinkung (Sendzimirverzinkung), Feuerverzinkung), Lackierung (kathodische Tauchlackierung, elektrostatische Lackierung) und Pulverbeschichtung der Regale. Viele Regalhersteller verwenden vorverzinktes Stahlband, das vom Stahlhersteller durch ein Tauchbad mit geschmolzenem Zink korrosionsbeständig gemacht wurde. Allerdings ist die Beschichtung je nach Hersteller unterschiedlich und die verfügbaren Stahlarten sind begrenzt. Die Dicke der Verzinkungsschicht ist relativ klein (14 bis 19 µm). Die Feuerverzinkung in einem Tauchbad bei 450 °C führt zu einer wesentlich homogeneren und dickeren Zinkbeschichtung (60 bis 90 µm). Die Profile der Regale sind dadurch besonders korrosionsbeständig und auch ihre Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Stöße ist recht hoch. Feuerverzinkte Regale eignen sich besonders für den Einsatz in offenen unüberdachten Lagern. Allerdings ist das Verfahren recht komplex und teuer. Ein generelles Problem bei der Verzinkung ist die Bildung von Zinksalzen in dauerhaft feuchter Umgebung, die zur Zersetzung und Korrosionsbildung führt. Daher sollten diese Regale für das Lagern von Gütern nur in Umgebungen mit wechselnden Witterungsbedingungen (nass, trocken) eingesetzt werden. 

Durch verschiedene Lackierverfahren können Regalsysteme wesentlich günstiger korrosionsbeständig gemacht werden. Bei der elektrostatischen Lackierung werden Flüssig- oder Pulverlack verwendet. Wie korrosionsbeständig die Regale individuell sind, hängt praktisch vom verwendeten Lack, der Dicke der Lackschicht und der individuellen Vorbereitung der Profile der Regalsysteme vor der Lackierung ab. Die Pulverbeschichtung bietet gegenüber der Nasslackierung einige Vorteile. Sie ist praktischer, schneller, wirtschaftlicher und umweltfreundlicher (3). Allerdings sind Regalsysteme, die kathodisch tauchlackiert wurden, durch die gleichmäßige und vollständige Lackbeschichtung wesentlich korrosionsbeständiger. Tatsächlich überstehen diese Regalbauteile beim Salzsprühtest in der Prüfkammer mehr als 550 Stunden und halten damit wesentlich länger Stand als mit anderen Verfahren behandelte Regale. 

Korrosion ist ein großes Problem bei Regalsystemen in offenen und halboffenen Lagern. Durch Rostbildung können Regalsysteme versagen und einstürzen und damit auch zu Personenschaden führen. Letztendlich kann sogar die Schließung des Betriebs drohen. Es ist also extrem wichtig, korrosionsbeständige Regale in hochwertiger Qualität für die genannten Lagerarten im Freien auszuwählen. Korrosionsbeständige Kragarmregale aus hochwertigem Material für Langgut sind für die Lagerung im Freien besonders zu empfehlen. Hier existieren keine Fachböden auf denen sich Wasserpfützen bilden können und die sich zudem unter großen Temperaturdifferenzen verziehen können. Regale für Freilager sollten zudem stärkere Profile, großzügig dimensionierte Ständerausfachungen und Fußplatten sowie spezielle Dübel für die Bodenverankerung besitzen (5). 

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Was gibt es noch zu beachten?

Für Lager im Freien müssen auch die entsprechenden korrosionsbeständigen und frostbeständigen Handhabungsgeräte ausgewählt werden, da diese ebenso widrigen Witterungsbedingungen ausgesetzt sind. Im Freien können auch diesel- oder benzinbetriebene Gabelstapler eingesetzt werden. Bei Elektrostaplern muss auf einen trockenen Ladeort für die Batterien geachtet werden. Generell dürfen Regale nur auf einem festen Untergrund aufgebaut werden. DIN EN 15629 (4) besagt, dass der Boden im Lager großen individuellen Ankerkräften standhalten muss. Dementsprechend muss der Boden im Lager beschaffen sein (5). Dies kann nur durch eine besondere Bauweise, d. h. eine Betonplatte oder Streifenfundamente gewährleistet werden. Bei Außenbauteilen ist die Betonfestigkeitsklasse C25/30 nach DIN 18202 erforderlich (frostfrei gegründet). Die Regale für Außenlager müssen eine prüffähige Statik für die Baugenehmigung aufweisen, die sich nach Anlagengröße und Landesbauordnung richtet. In die statische Berechnung fließen auch die individuellen Gegebenheiten des Aufstellungsortes mit ein, also Wind-, Schnee- und gegebenenfalls Erdbebenlasten. 

Literatur 

1 BITO Fachwissen, Anfahrschutz für Regale - wieso Regalschutz so wichtig ist, Link 

2 BITO Fachwissen, Woran erkennt man Qualität bei Regalsystemen?, Link 

3 Pulverbeschichtung vs. Nasslackierung, apra norm Elektromechanik GmbH, Link 

4 DIN EN 15629:2010-09, Ortsfeste Regalsysteme aus Stahl - Spezifikation von Lagereinrichtungen; Deutsche Fassung EN 15629:2008, Beuth Verlag GmbH, Link 

5 Industrial Production Magazin, Handling, Lagertechnik, Risiken bei Außenregalen vermeiden, WEKA Business Medien GmbH, Link 

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