Was versteht man unter Produktionslogistik?

Die Produktionslogistik soll einen reibungslosen und optimalen Materialfluss vom Rohmateriallager über die Produktion bis zum Fertigwarenlager im Unternehmen sichern. Industrie 4.0 ermöglicht völlig neue Produktionssysteme.

Laut Gabler Wirtschaftslexikon "kennzeichnet die Produktionslogistik die Phase zwischen Beschaffungslogistik und Distributionslogistik. Unter Produktionslogistik kann die Planung, Steuerung und Durchführung des Transports und der Lagerung von Rohmaterial, Hilfsstoffen, Betriebsstoffen, Kaufteilen, Ersatzteilen, Halbfertig- und Fertigprodukten und der damit zusammenhängenden unterstützenden Aktivitäten innerhalb des Produktionssystems eines Unternehmens verstanden werden." (1) Die Produktionslogistik soll einen reibungslosen und optimalen Materialfluss vom Rohmateriallager über die Produktion bis zum Fertigwarenlager im Unternehmen sichern. Generell soll die Produktionslogistik die Lead Time der Produktion, d. h. die Zeit von der Erstellung eines Arbeitsauftrages bis zur Fertigstellung des Produktes, reduzieren. Die Begriffe Produktionslogistik und Intralogistik (Innerbetriebliche Logistik) werden teilweise synonym verwendet. 

Viele Einflussfaktoren und starker Wandel

Die Produktionslogistik und damit auch die innerbetrieblichen Prozesse sind einem starken Wandel unterworfen. Technologische Einflüsse wie der Industriestandard 4.0 und wirtschaftliche Einflüsse wie die zunehmende Globalisierung wirken sich stark auf die Produktion, Logistik und Produktionslogistik aus. Kunden fragen immer häufiger nach Losgröße 1 - also nach einer individuellen Massenfertigung. Durch sie entsteht eine hochkomplexe Intralogistik bzw. Produktionslogistik, die digitalisiert, automatisiert und vernetzt sein muss. Neue Methoden in der Produktion wie das Rapid Prototyping bzw. die additive Laserfertigung machen die schnelle Umstellung der Produktion möglich. Durch Industrie 4.0 werden alle Systeme miteinander vernetzt und kommunizieren miteinander. Die maßgeschneiderte Einzelfertigung beeinflusst sowohl die Produktions- als auch die Distributionslogistik. Viele unterschiedliche Teile müssen an den einzelnen Stationen Just-In-Time (JIT) für den gesamten Produktionsprozess bereitgestellt werden. Daher muss die Versorgung der Maschinen mit Teilen, Halbzeugen und Rohstoffen flexibel und automatisiert sein. Hier eignen sich am besten gut skalierbare Lager-Shuttlesysteme in Kombination mit fahrerlosen Transportsystemen (FTS). Für die Fertigung bei Losgröße 1 werden zudem flexible "agile Fertigungszellen" eingesetzt, die schnell auf ein anderes Produkt umgestellt werden können. Für die Intralogistik stellt dies eine Herausforderung dar, da sie ebenso schnell auf die Produktionsumstellung reagieren muss. Daher müssen die Systeme über das Internet der Dinge (IdD) miteinander kommunizieren können. 

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Merkblatt: Produktionslogistik 4.0

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Aufgabenbereiche der Produktionslogistik

Die Produktionslogistik muss verschiedene Aufgaben erfüllen. Beispielsweise muss vor dem Bau eines Werkes der richtige Standort ermittelt werden, um die Beschaffungsprozesse und den Materialfluss im künftigen Werk so effizient wie möglich gestalten zu können. 

Im bestehenden Werk müssen die Produktionsprozesse aber auch die Transport- und Lagerprozesse möglichst optimal und effizient gestaltet und durchgeführt werden. Die Steuerung dieser Logistik-Prozesse übernimmt ein Materialflussrechner (MFR), der Transportaufträge von übergeordneten Systemen wie Warenwirtschaftssystemen, Lagerverwaltungssystemen und Produktionsplanungssystemen erhält (2). Der MFR übernimmt die Steuerung der Fördertechnik sprich von Stetigförderern (wie Hängebahnen und Förderbändern) und Unstetigförderern (wie FTS und Regalbediengeräten (RGB)). Moderne Materialflussrechner bieten über die Steuerung der Transportprozesse, Logistik sowie Lager- und Fördertechnik hinaus häufig weitere Funktionen wie z. B. Strategien und Wegberechnungen für einen optimalen Materialfluss, die Verhinderung von Staus und das Umfahren von gestörten Bereichen. Zudem wird der gesamte Materialfluss visualisiert. In der intelligenten Fabrik der Zukunft wird Künstliche Intelligenz (KI) die Lager- und die Nachschubversorgung übernehmen. Autonome Transportsysteme wie FTS und Routenzüge werden Bauteile, Materialien, etc. von A nach B bringen. Gleichzeitig werden die Förderbänder und Maschinen durch Roboter bestückt (3). Wie schon erwähnt, sind alle Systeme miteinander vernetzt und kommunizieren via dem IdD. 

Im Produktionsprozess entsteht ein bestimmter Bedarf an Materialen, Halbzeugen, Bauteilen, Betriebsstoffen, etc., der durch die Produktionslogistik genau ermittelt werden muss. Nicht zuletzt ist die Planung der Lagerbestände notwendig, um beispielsweise saisonale Schwankungen (4) auszugleichen. 

Welche Systeme kommen in den Bereichen zur Anwendung?

Um die intralogistischen Prozesse bzw. die Produktionsprozesse zu ermöglichen, kommen Lagersysteme, Transportsysteme und Ladehilfsmittel, Ortungssysteme für Transportfahrzeuge, Bestückungssysteme für Maschinen, Kommissioniersysteme, Kennzeichnungssysteme für Teile wie RFID, IT-Systeme für die Planung, Steuerung und Kontrolle des Material- und Informationsflusses, u. v. a. m. zum Einsatz. 

Systemlösungen für die Produktionslogistik

Als Lagertechnik-Experte entwickelt BITO vollständige Lagersysteme für die Produktions- bzw. innerbetriebliche Logistik. Von der Fachboden-Regalanlage über Mehrgeschossanlagen bis hin zum Durchlauf-Kommissionierregal ist alles umsetzbar. Weiterhin sind u. a. automatisierte Regal- und Kommissioniersysteme sowie Behälterlösungen im Programm. Zudem hilft BITO bei allen Automatisierungsfragen in der Intra- und Produktionslogistik. 

Um einzelne Produktions-, Montage- oder Kommissionierungsbereiche miteinander zu verbinden und den Materialtransport zu automatisieren werden u. a. zunehmend FTS eingesetzt. Mit dem LEO Locative (5) und entsprechenden LEO Stationen bietet BITO hier ein besonders innovatives und preisgünstiges System, was gänzlich ohne Wifi und Materialflussrechner auskommt. Der LEO wird über auf dem Boden angebrachte Marker (Halt und Ziel) und eine auf dem Boden aufgeklebte optische Spur gesteuert. Das gesamte System ist Plug and Play-fähig und leicht skalierbar, wobei auch die optische Spurführung schnell an neue Anforderungen angepasst werden kann. Durch eine optionale dezentrale Zielführung via Tablet können verschiedene LEO-Stationen angesteuert werden. Die FTS-Lösung führt zur enormen Einsparung von Wegen und damit zu einer Steigerung der Ergonomie der einzelnen Arbeitsplätze. Zudem werden die Materialflussstrukturen entzerrt. 

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Literatur:

1 Produktionslogistik, Definition: Was ist "Produktionslogistik"?, Gabler Wirtschaftslexikon, Link 

2 Materialflussrechner, Wikipedia, Link 

3 Meitinger Therese, Produktionslogistik und Industrie 4.0: Mensch und Maschine im Einklang, Logistik Heute, Juli 2019, Link 

4 BITO Fachwissen, Schwankungen der Nachfrage und des Angebots bewältigen, Link 

5 LEO Locative - Das Fahrerlose Transportsystem, Link 

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